Ein Klassiker aus meinem Alltag: Eine Website sieht plötzlich anders aus, Funktionen fehlen, und niemand hat etwas geändert. Der Grund ist fast immer derselbe – jemand hat vor Jahren direkt in den Dateien des Themes gearbeitet, und das letzte Update hat diese Änderungen überschrieben.
Warum man ein gekauftes Theme nicht direkt ändert
Ein Theme aus dem Verzeichnis oder von einem Marktplatz wird regelmäßig aktualisiert – mit Sicherheitskorrekturen und neuen Funktionen. Bei jedem Update ersetzt WordPress die kompletten Theme-Dateien. Alles, was dort von Hand geändert wurde, ist danach weg.
Die Folge: Entweder man verzichtet auf Updates (und riskiert Sicherheitslücken) oder man verliert seine Anpassungen. Beides ist keine Lösung.
Das Child-Theme: Anpassungen in einer eigenen Schicht
Ein Child-Theme ist ein kleines Zusatz-Theme, das auf dem eigentlichen Theme aufbaut. Es enthält nur die Änderungen: eigenes CSS, angepasste Vorlagen, zusätzliche Funktionen. Das Eltern-Theme bleibt unangetastet und kann weiter aktualisiert werden.
Ein Child-Theme ist die richtige Wahl, wenn
- das vorhandene Theme im Großen und Ganzen passt,
- es um Farben, Abstände, einzelne Vorlagen oder kleine Funktionen geht,
- das Eltern-Theme gut gepflegt wird und regelmäßig Updates bekommt.
Achtung: Auch ein Child-Theme ist kein Freifahrtschein. Wer viele Vorlagen des Eltern-Themes kopiert, muss sie nach größeren Updates abgleichen. Je weniger kopiert wird, desto updatefester bleibt die Seite.
Das eigene Theme: wenn die Anpassungen überwiegen
Manchmal wird das Child-Theme zum Kampf gegen das Eltern-Theme: Man überschreibt mehr, als man nutzt, und lädt trotzdem den ganzen Ballast mit. Spätestens dann lohnt sich ein schlankes, eigenes Theme. Es enthält genau das, was Ihre Seite braucht – nicht mehr.
Ein eigenes Theme bietet sich an, wenn
- das Design individuell ist und sich kaum an einer Vorlage orientiert,
- Ladezeit wichtig ist und unnötiger Code stört,
- die Seite langfristig wachsen soll, etwa mit eigenen Inhaltstypen.
Und Funktionen? Gehören oft in ein Plugin
Eine Faustregel: Alles, was das Aussehen betrifft, gehört ins Theme. Alles, was auch nach einem Theme-Wechsel weiter funktionieren muss – etwa eigene Inhaltstypen, Formular-Logik oder Schnittstellen –, gehört in ein eigenes kleines Plugin. So hängen Ihre Inhalte nicht am Design.
Fazit
Ändern Sie nie direkt ein Theme, das Updates bekommt. Für überschaubare Anpassungen ist ein Child-Theme ideal, bei individuellem Design ein eigenes, schlankes Theme. Wie ich WordPress-Seiten erweitere, ohne dass Updates zum Risiko werden, lesen Sie auf der Seite Customizing.


