Fast jeder hat „irgendein Backup“. Die Frage ist nur, ob es im Ernstfall hilft. Ich habe schon Seiten gesehen, bei denen die Sicherung jahrelang nur die Dateien enthielt – aber nicht die Datenbank mit allen Inhalten. Oder bei denen das Backup auf demselben Server lag, der gerade ausgefallen war.
Was gesichert werden muss
Eine WordPress-Website besteht aus zwei Teilen, und beide gehören ins Backup:
- Die Datenbank: Seiten, Beiträge, Einstellungen, Bestellungen, Benutzer – das Herz der Seite.
- Die Dateien: hochgeladene Bilder und Dokumente, Themes, Plugins und die Konfiguration.
Bei Shops und Seiten mit Formularen kommt eine dritte Frage dazu: Wie viele Daten dürfen höchstens verloren gehen? Wer täglich Bestellungen erhält, braucht häufigere Sicherungen der Datenbank als ein reiner Firmenauftritt.
Die 3-2-1-Regel
Eine bewährte Faustregel für Sicherungen lautet:
- 3 Kopien der Daten
- auf 2 verschiedenen Speichern
- 1 davon an einem anderen Ort als der Webserver
Ein Backup, das nur auf dem Webserver liegt, hilft nicht, wenn genau dieser Server ausfällt oder kompromittiert wurde. Mindestens eine Kopie gehört deshalb an einen getrennten Ort – zum Beispiel einen externen Speicher, auf den der Webserver nur schreiben, aber nicht löschen darf.
Wie lange aufbewahren?
Manche Probleme fallen erst nach Tagen auf, etwa eingeschleuster Schadcode. Wenn dann nur das Backup von gestern existiert, ist es womöglich schon befallen. Sinnvoll ist eine Staffelung: tägliche Sicherungen für einige Wochen, dazu wöchentliche oder monatliche für einen längeren Zeitraum.
Datenschutz: Backups enthalten personenbezogene Daten, etwa aus Formularen oder Bestellungen. Sie sollten verschlüsselt und nur so lange wie nötig aufbewahrt werden.
Der wichtigste Schritt: die Wiederherstellung testen
Ein Backup, das nie zurückgespielt wurde, ist eine Hoffnung, keine Sicherung. Ich teste die Wiederherstellung regelmäßig auf einer separaten Umgebung: Lässt sich die Seite vollständig herstellen? Funktionieren Login, Formulare und Shop? Wie lange dauert das Ganze?
Diese Zeit ist im Ernstfall Gold wert – dann weiß man, dass der Plan funktioniert, und muss ihn nicht unter Druck erfinden.
Ein Notfallplan auf einer Seite
- Wo liegen die Backups, und wer hat Zugriff?
- Wie wird zurückgespielt – und auf welchen Server?
- Wer muss informiert werden (Hoster, Kunden, gegebenenfalls Datenschutz)?
- Welche Zugänge müssen nach einem Angriff erneuert werden?
Fazit
Gute Backups sind vollständig, getrennt gespeichert, gestaffelt aufbewahrt und regelmäßig getestet. Sie gehören zu den Grundlagen der WordPress-Sicherheit. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Ihre Sicherungen im Ernstfall tragen, prüfe ich das gern – mehr auf der Seite Sicherheit.


